Fichtegymnasium - Karlsruhe
Die Erweiterung des Fichte-Gymnasiums ist als präsenter "Körper" ausgebildet. Er schließt die Lücke zwischen den begrenzenden Randbebauungen unter Aufnahme und Akzentuierung der städtebaulichen Trauflinien. Die Straßenfassade ist mit einer "Haut" überzogen, welche die Plastizität zum öffentlichen Raum hin glättet. Nur an herausragenden Stellen sind Blickfenster eingesetzt. Die Nordfassade bleibt auch nach Außen hin plastisch und spiegelt auf diese Weise die vielschichtigen Pausenaktivitäten im Schulhof wieder.


Das Gebäude entwickelt sich über drei Geschosse und eine Teilunterkellerung. Der Speisesaal ist im EG angeordnet. Das Foyer ist großzügig und hallenartig ausgebildet und erlaubt im EG die direkte Anbindung an den Schul- und Pausenhof. Die Raumvergrößerung des Speisesaals erfolgt durch eine flexible Anbindung mit Schiebeelementen an das Foyer. Die großzügige Treppenanlage wird in diesem Fall zur Zuschauertribüne und erlaubt weite Blicke in den Saal. Die Treppenanlage ist mit versetzten Ebenen organisiert an denen die Toilettenanlagen liegen. In den Obergeschossen werden die Räume der Gangtageseinrichtung und die Musiksäle über einen im Süden liegenden Flur erschlossen.


Im Süden entwickelt sich eine glatte, transluzente Profilglasfassade als "Haut" vor einer Stahlbetonwandscheibe mit Ausschnitten, in die Isoliergläser mit reduzierter Anforderung eingesetzt sind. Nur punktuell durchstoßen quadratische Formate als Fenster die Profilglashaut. An diesen Stellen ist das Glas spiegelnd bedampft und erhält keinen zusätzlichen Sonnenschutz. Die Nordfassade nimmt das Quadratformat gestalterisch auf. Hier arbeite die Fassade plastisch und bildet nach außen gestülpte Fenster aus.




Ziel war eine Reduzierung des notwendigen Energiebedarfes der Schule mit geringem Technikeinsatz. Die Ausbildung einer "Energiefassade" im Süden generiert mit einfachen Mitteln solare Gewinne. An die Bewegungszonen werden reduzierte Anforderungen an den Wärmekomfort definiert. Nur die Räume für schulische Nutzungen bzw. der Ganztageseinrichtung werden mit erhöhtem Komfort bedacht.
Als Beheizungsart steht die Wärmerückgewinnung im Vordergrund.


Verfahrensart: Mehrfachbeauftragung 2009, 1. Preis
Aufgabe: Erweiterung und Neubau einer Ganztageseinrichtung
Bauherr: Stadt Karlsruhe, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft
Standort: Karlsruhe
Haustechnik/Energiekonzept: S&K Ingenieurbüro, Schefflenz
Tragwerk: Dr. Kreutz und Partner, Nürnberg
Baukosten: brutto, ca. 3,7 Millionen Euro
Fertigstellung: 12/2012
Renderings: netzwerkarchitekten
